22. Dezember

Tag des behüteten Mehr

Bedeutung des Tages

In alten europäischen Winter- und Jahreskreis­traditionen galt der 22. Dezember als erster Tag nach der Wintersonnenwende. Die längste Nacht lag hinter den Menschen, doch man sprach noch nicht vom Licht. Man wusste: Das Licht ist zurückgekehrt, aber es zeigt sich noch nicht. Der Tag war kein Fest, sondern ein Beobachtungs- und Behütungstag.

Die Alten wussten:
Das Licht kehrt nicht mit einem Schritt zurück. Es kehrt zitternd, vorsichtig, verletzlich zurück. Überlieferungen berichten:

  • Man arbeitete weiterhin reduziert

  • Große Entscheidungen wurden vermieden

  • Feuer blieben gedämpft

  • Stimmen leise

Man wollte das neue Licht nicht erschrecken. Der 22. Dezember stand für: Geduld, Schutz, Vertrauen ohne Beweis. Es hieß sinngemäß: Wer das Licht zu früh fordert,schwächt es.

Der 22. Dezember lädt dazu ein, das leise Mehr wahrzunehmen, ohne es festzuhalten. Nicht zu fragen: Was soll ich tun?  Sondern: Was darf geschützt werden?

Stelle dir drei Fragen

  • Was hast du gerade erlebt?
  • Was hat das mit dir gemacht?
  • Was machst du damit?